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Der Mops ist aufgegangen


Für Fidel




Vor einigen Monaten zog eine alte Freundin von mir nach Berlin. Sie war der Meinung, es sei Zeit für einen Neubeginn in ihrem Leben, und da ihr Berlin gegenwärtig die interessanteste Stadt in Deutschland zu sein schien, beschloß sie, ihren Lebensmittelpunkt an die Spree zu verlegen. Sie begab sich auf Wohnungssuche und fand auch ziemlich schnell ein Loft in Mitte, unweit des Hackeschen Markts, richtete sich ein und begann, konsumptiv am Kulturleben der Metropole teilzunehmen.

Nach einiger Zeit empfand sie jedoch eine Unvollkommenheit ihres neuen Daseins, deren Ursache sie nicht zu bestimmen vermochte, und von der sie mehrere Wochen in innerer Unzufriedenheit umgetrieben wurde, ehe sie mich an einem Donnerstag, früh um drei aus dem Bett klingelte und triumphierend »Ein Hund!« in mein verschlafenes Ohr bellte. Mein kognitives Schwächeln, das sich in der benommenen Rückfrage: »Bist Du das, Charly?« manifestierte, ignorierte sie verärgert, jedenfalls jubelte sie noch einmal dreigestrichen: »Ich brauche einen Hund!«

Wenig überraschenderweise hatte ich in dieser Herrgottsfrühe keinen zur Hand, was aber wohl auch wenig genutzt hätte, denn Charlottes Vorstellungen hatten die Jungfräulichkeit eines unspezifischen Verlangens längst hinter sich gelassen. Charly brauchte nicht irgendeinen Hund, um ihrem Mangel Abhilfe zu schaffen, sie brauchte DEN Hund...


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